Wenn Trump anruft, kuscht die FIFA: Die Skandal-WM 2026

Share now

Read this article in:

Wenn Trump anruft, kuscht die FIFA: Die Skandal-WM 2026
© KI-generiert mit ChatGPT / zensiert.at

Ein Anruf aus dem Oval Office, eine plötzlich aufgehobene Rote Karte, ein Weltverband (FIFA), der sich in Erklärungsnot windet. Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko liefert nicht nur Tore, sondern auch einen handfesten politischen Skandal.

US-Präsident Donald Trump hat FIFA-Chef Gianni Infantino persönlich angerufen, um eine Sperre gegen US-Stürmer Folarin Balogun überprüfen zu lassen. Kurz darauf war die Sperre weg. Kritiker sprechen von einer beispiellosen Einflussnahme auf den Sport.

Und der Fall Balogun ist nur die Spitze des Eisbergs. Horrende Ticketpreise, ein aufgeblähtes Turnier und Einreiseverbote, die Spieler, Schiedsrichter und Fans ganzer Nationen treffen, sorgen zusätzlich für Zündstoff.

Der Fall Balogun

Am 1. Juli sah US-Stürmer Folarin Balogun im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina nach VAR-Überprüfung die Rote Karte. Grund war ein hartes Einsteigen gegen Tarik Muharemovic. Nach den FIFA-Regeln folgt auf einen Feldverweis eigentlich eine automatische Sperre für das nächste Spiel.

Doch die FIFA entschied anders: Am Sonntag setzte sie die Sperre für ein Jahr zur Bewährung aus. Balogun durfte prompt im Achtelfinale gegen Belgien auflaufen.

Advertisement
Bannerwerbung zensiert.at

Trumps Anruf bei Infantino

Am Montag bestätigte Trump im Oval Office, dass er FIFA-Präsident Gianni Infantino angerufen hatte. Er habe lediglich um eine Überprüfung gebeten, so Trump: „Ich habe lediglich um eine Überprüfung gebeten, weil ich nicht glaube, dass es ein Foul war.”

Zuvor hatte sich Trump auf seiner Plattform Truth Social bei der FIFA bedankt, „dass sie das Richtige getan und eine große Ungerechtigkeit rückgängig gemacht hat”. Zum eigentlichen Zweikampf sagte er: „Das war kein Fall, in dem jemand zugeschlagen hat, was, wie Sie wissen, etwas anderes wäre.”

Infantino bestätigte den Anruf in einer offiziellen Stellungnahme, bestritt aber jede Einflussnahme. Die Disziplinargremien der FIFA seien unabhängig. Er spreche „regelmäßig mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten über Themen im Zusammenhang mit der FIFA-Weltmeisterschaft” und habe auch in diesem Fall nur zugehört, entschieden werde autonom.

Scharfe Kritik von Juristen

Der Düsseldorfer Sportrechtsanwalt Paul Lambertz analysierte den Fall in der „Legal Tribune Online” scharf. Sein Befund: Die FIFA habe die automatische Sperre nicht bloß gemildert, sondern faktisch beseitigt – zugunsten des Mitgastgebers USA.

Lambertz erinnert daran, dass bereits die Sperre von Cristiano Ronaldo nach einer Roten Karte in der WM-Qualifikation reduziert worden war. Balogun gehe aber noch weiter. Sein Fazit: Ein Verband verliere Glaubwürdigkeit nicht erst, wenn Entscheidungen rechtswidrig seien, sondern schon dann, wenn niemand mehr glaube, dass die offizielle Begründung der wahre Grund sei.

Auch der belgische Verband protestierte. Er forderte von der FIFA eine schriftliche Erklärung. Die FIFA wertete dies als formalen Einspruch und wies ihn als unzulässig zurück – Belgien sei „nicht Verfahrenspartei” und habe daher gar keine Beschwerdebefugnis.

Ticket-Skandal und XXL-Turnier

Der Fall Balogun reiht sich in eine Serie von Kontroversen rund um die WM 2026 ein. Die FIFA hat das Turnier auf 48 Mannschaften und 104 Spiele aufgeblasen. Beim Ticketverkauf kommt ein Modell mit dynamischen Preisen zum Einsatz, das viele Fans mit extremen Kosten konfrontiert.

Die Generalstaatsanwältinnen von New York und New Jersey ermitteln inzwischen wegen der Ticketpraxis gegen die FIFA, ihr Amtskollege in Kalifornien ebenfalls. Vorwurf: horrende Preise und irreführende Vergabe der Tickets.

Zusätzlich sorgen verpflichtende Trinkpausen für Unmut. Offiziell dienen sie der Spielergesundheit bei Hitze. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass sie selbst in klimatisierten Stadien stattfinden und im TV wie Werbepausen wirken.

Einreiseverbote und Menschenrechtskritik

Neben dem Platz sorgt die Einreisepolitik der US-Regierung für Empörung. Ein Reiseverbot der Trump-Administration betrifft Bürger aus 39 Ländern. Betroffen sind auch vier WM-Teilnehmer: Haiti und Iran unterliegen einem vollständigen Einreiseverbot, die Elfenbeinküste und Senegal teilweisen Beschränkungen.

Der FIFA-Schiedsrichter Omar Artan, Afrikas bester Unparteiischer des Jahres 2025, wurde wegen seines somalischen Passes an der Einreise gehindert. Nach Angaben iranischer Staatsmedien wurden mindestens 15 iranische Funktionäre und Betreuer abgewiesen, darunter der Präsident des iranischen Fußballverbands.

Menschenrechtsorganisationen wie die Sports & Rights Alliance, Human Rights Watch und Amnesty International forderten die FIFA auf, die Einhaltung der Menschenrechte während des Turniers sicherzustellen. Sie verweisen dabei auch auf den Einsatz von Gewalt bei Anti-ICE-Protesten in Los Angeles. Beschäftigte im SoFi Stadium hatten im Mai wegen eines befürchteten ICE-Einsatzes bei Spielen sogar einen Streik angedroht, bevor eine Einigung mit der Betreibergesellschaft erzielt wurde.

Werbung

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihren Posteingang.

Melden Sie sich für unsere Newsletter an

[mc4wp_form id="399"]

Das bewegt unsere Leser