
Der Rückzug von Harald Mahrer von der Spitze der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) ist offiziell – jetzt übernimmt Martha Schultz, Unternehmerin aus Tirol, das Ruder.
Doch für Bundeskanzler Christian Stocker ist klar: Ein personeller Wechsel reicht nicht. Die WKO steht unter Zugzwang – und Stocker macht keinen Hehl daraus, was er erwartet.
Rücktritt per Videobotschaft – Schultz übernimmt am Samstag
Am Donnerstagabend verkündete Mahrer via Video seinen Rücktritt aus der WKO und dem ÖVP-Wirtschaftsbund. „Ich werde für einen geordneten, zeitnahen Übergang sorgen.“
Bereits am Samstag soll Martha Schultz offiziell übernehmen – sowohl in der WKO als auch im Wirtschaftsbund.
Advertisement

Kanzler Stocker fordert Kurswechsel – und zwar sofort
Bundeskanzler Stocker lässt in seiner Reaktion keinen Raum für Interpretationen: „Mahrers Rücktritt war notwendig – aber das allein genügt nicht.“
Er fordert einen klaren Reformkurs:
- Ursachen für den Vertrauensverlust erkennen und konkret beheben
- Bezugserhöhungen auf den Prüfstand
- Verschlankung der Strukturen
- Entlastung für Unternehmen statt Funktionärsbürokratie
Stocker erinnert: Politiker hätten bereits drei Nulllohnrunden hinter sich. Auch die Valorisierung der Parteienförderung wird 2026 ausgesetzt. Nun sei es an der WKO, ihren Beitrag zu leisten.
Wirtschaftskammer unter Reformdruck
Die Erwartungen sind klar: Die WKO muss liefern – nicht nur kosmetisch, sondern strukturell. „Die Kammer muss sich auf ihre Kernaufgaben besinnen und verlorenes Vertrauen der Unternehmerinnen und Unternehmer zurückgewinnen“, so der Kanzler.
In wirtschaftlich unsicheren Zeiten sei eine funktionierende, glaubwürdige Interessenvertretung entscheidender denn je. Stocker betont: „Wir müssen alle gemeinsam am Aufschwung arbeiten.“
Fazit: Der Rücktritt von Harald Mahrer markiert das Ende einer Ära – aber womöglich auch den Beginn eines überfälligen Neustarts. Die neue WKO-Chefin Martha Schultz wird liefern müssen. Ohne Ausreden. Ohne Zeitspiel.